Zu Besuch auf der DMEXCO 2013

Huch? Es ist tatsächlich schon fünf Jahre her. Damals, 2008, war ich das erste und letzte Mal auf der "Leitmesse für Online Marketing". Da hieß das Ding noch OMD. Fünf lange Jahre habe ich mich in müheloser Abstinenz geübt. Warum, läßt sich wunderbar aus meinem damaligen Artikel mit dem Titel "OMD: Online Messe Desaster" nachlesen.

Jetzt, 2013, fünf Jahre später, habe ich der Messe eine neue Chance gegeben. DMEXCO heißt das Kind mittlerweile. Aber hat sich außer dem Namen etwas geändert?

Was


Auf Seiten der Ausssteller hat sich konzeptionell nicht viel getan. Jeder überbietet sich mit wildgewordenen Buzzwordsb, kaum einer schafft es, den eigentlichen Nutzen und das Alleinstellungsmerkmal auf den ersten Blick erkenntlich zu machen. Das ist auch kein Wunder. Spricht man mit dem Standpersonal - das oft mit der Frage: "Was verstehen Sie denn unter [Buzzword hier einfügen]?" - überfordert ist - so wird schnell klar: Alle machen irgendwie das Gleiche; die großen Kochen auch nur mit Wasser, auch wenn vielleicht die Platte etwas heißer ist und das eine Unternehmen auf Bunsenbrenner und das andere auf Mirkowellen für die Erhitzung setzt. In sofern ist auch klar, dass die Buzzword Verschleierungs- und Überhöhungstaktik notwendig ist, denn sonst würde ja jeder sofort checken, dass alle den gleichen Sud immer wieder aufkochen und da eigentlich gar nicht so schrecklich viel dahinter ist.

Webanalyse


Das größte, einheitlichste Trendthema ist bei vielen Ausstellern (immer noch) Big Datab. Um es dem Messepersonal und dem geneigten Leser mal kurz und knapp zu erklären: Big Datab bedeutet, möglichst viele verschiedene, sich ergänzenden Datenquellen zusammenzuführen, um ein möglichst ganzheitlichesb Bild von seinem Business Geschäft und seinen Kunden zu bekommen.

Dass die Webanalyse nach wie vor einen großen Platz einnimmt, ist vor allen Dingen deshalb interessant, weil es die große Unsicherheit von Kunden und Marketingentscheidern ausdrückt: "Bringt der ganze Onlinekram es überhaupt?" Die Frage ist äußerst berechtig und dringend notwendig. Denn die meisten der auf der DMEXCO vertretenen Unternehmen legen doch eine große Verliebtheit in Daten und Tools an den Tag, da fällt die Frage der Neukundengewinnung oft hinten über. Das liegt gar nicht mal an den Tools und Ideen, sondern vielmehr am Marketingfail. Ein Fail, der umso tragischer ist, ist doch die Frage der Neukundengewinnung die wichtigste, die Marketingverantwortliche umtreibt.

Bunt gemischt


Abgesehen von Big Datab gab es keine weiteren erkennbaren großen Themen auf der Messe. Interessant ist aber die "Versiegel-Deine-Nachricht-mit-einem-Kuss"-Idee von Google. Sie zeigt den weiteren Trend zur Emotionalisierung, auch wenn dieser wie hier manchmal eigentümliche Blüten treibt. Smartphone-Apps und Facebook sind zu einem festen Bestandteil der Werbewelt geworden, die gestiegenen und gefestigte Bedeutung von Mobileb von Smartphone und dem ständigen Online-Sein verdeutlich auch das Trend-GiveAway der Messe. Gefühlt jeder zweite Stand hatte mämlich einen Display-Reiniger im Repertroire. Wie cool. Nicht.

Für wen


Die Grundausrichtung der DMEXCO ist weiterhin das Konzernumfeld. Die meisten Tools und Dienstleistungen sind schon für mittelständische Unternehmen uninteressant, weil zu teuer oder sinnfrei, weil die für einen sinnvollen Einsatz notwendige Kundenanzahl oder das Engagementb die Kundenaktivitäten in Social Media etc. nicht ausreichend hoch sind. Wer im kleinen Mittelstand, vom 1-2 Personen Onlineshop bis zum inhabergeführten Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, unterwegs ist wird auf der DMEXCO nur an sehr wenigen Ständen etwas unmittelbar Verwendbares finden. Da sind andere Konzepte und Ideen gefragt und die selbsternannten Branchengrößen der falsche Ansprechpartner.


Fazit


Und? Hat sich der Besuch nun gelohnt? Ja, hat er. Die ein oder andere Idee konnte ich dennoch mitnehmen, am wichtigsten ist aber die erneut verstärkte Erkenntnis: Was die Großen können, können wir auch; wenn es um Kleinst-, Kleinunternehmen und den kleinen Mittelstand geht, sogar besser.


b: Vorsicht, BuzzWord!




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    Aufgenommen: Sep 12, 17:54

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